Briefmarkensammlerverein Berliner Bär e.V. in Berlin
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Die Gemeinschaftswährung EURO - Europa und der Euro

 
 
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4.6 Gemeinschaftswährung EURO

 
(Auf dem Weg von der "Entdeckung Europas durch die Europäer" zu den "Vereinigten Staaten von Europa")

 

Am 1.1.1999 war für 11 Staaten die dritte Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion in Kraft getreten, durch die der Euro als gemeinsame Währung eingeführt wurde, zunächst jedoch nur als Verrechnungseinheit.

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Abb. 43: Die niederländische Briefmarke (MiNr. 1704) dokumentiert diesen, vom Normalpublikum kaum wahrgenommenen frühen Einführungstermin. Auch die Münzen würden den Europaumriß wiedergeben, um den Geltungsraum anzuzeigen, war bei dieser Briefmarke von 1999 bereits sichtbar geworden.

Am 1.1.2002 wurde mit dem Ende der nationalstaatlichen Währungen in 12 der Vertragsstaaten der EU (ohne Dänemark, Großbritannien und Schweden) die „Europäische Wirtschafts- und Währungsunion“ mit dem Euro als umlaufendem Bargeld auch für die Menschen vollendet. Wirtschafts- und Haushaltspolitik sind künftig, noch weniger als vorher, nicht mehr einzelstaatlich zu betreiben. Ein Aufbau nationaler Rüstungswirtschaft zum Beispiel, als Vorbereitung von Krieg gegen die anderen, ist damit weitgehend undenkbar geworden.

Die entscheidende Einigung zur Einführung einer Währungsunion bis 1999 erfolgte 1991 in Maastricht durch den Rat der EU-Wirtschafts- und Finanzminister.

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Abb. 44: Plusbrief-Ganzsache mit Sonderstempel, der die Mitgliedsstaaten der EU zeigt

Aus unterschiedlichen Gründen nehmen die Staaten Dänemark, Großbritannien und Schweden an der gemeinsamen Euro-Währung zunächst nicht teil. 1992 war der Vertrag von Maastricht ratifiziert worden. Auf dem EU-Gipfel in Madrid 1995 war die provisorische Bezeichnung “ECU” abgelehnt und als offizieller Name für die neue Währung der Begriff “Euro” angenommen worden. 1999 hatte dann bereits die Herstellung von Euro-Münzen und –Banknoten begonnen. Mitte des Jahres 2000 erschien in Deutschland die erste Briefmarke mit einer Parallel-Angabe des Wertes in Euro. Marken der europäischen Staaten mit einer solchen „Doppel-Nominale“ aus der Übergangszeit haben auch nach der Vollumstellung auf die Euro-Währung ihre Gültigkeit behalten.

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Abb. 45: Ganzsachenumschlag mit der ersten einheitlichen Euro-Briefmarke (Mi 2113) im Wertstempel, abgestempelt mit dem etwa seit September 2000 in Gebrauch befindlichen Serienstempel, der auf die erforderliche Umstellung der Frankiermaschinen auf die Euro-Währung hinweist. Dabei ist zur Unterstreichung der Aussage der Europa-Umriß hinzugefügt.

Während auf den Euro-Münzen die verwendete Europakarte korrekterweise das nicht zur EU gehörende Norwegen nicht mit einbezieht, zeigt der für die Umstellung der Frankiermaschinen in Deutschland werbende Maschinenstempel die vollständigen Umrisse Europas.

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Abb. 46: Als ein “ungewöhnlicher” Beleg ist eine Porto-Card der Deutschen Post (P-1999-20.500-16) abgebildet, mit der die Briefmarke zur Europäischen Zentralbank (Mi 2000) von 1998 überreicht wurde. Auf dem Deckel ist die Europa-Karte abgebildet, und in den Deckel eingearbeitet ist eine verstellbare Umrechnungshilfe für die wichtigsten Währungen auf die “Euro-Währung”.

Es ist den Regierungen der „Euro-Zone“ leider nicht gelungen, durch gesetzliche Regelungen zu verhindern, dass die Euro-Einführung auf den meisten Ausgabenfeldern zu erheblichen Teuerungen geführt hat. Diese Entwicklung steht in eklatantem Widerspruch zu den beschwörenden Beteuerungen fast aller Politiker vor der Einführung, dass es nicht zu einer Teuerung im Zuge der Währungsumstellung kommen würde. Leider hat durch diese mangelhafte Politik die Freude der Menschen am europäischen Einigungsprozeß sehr große Einbrüche hinnehmen müssen, wie sich z. T. sogar in den neu der EU beigetretenen Staaten zeigt. Durch diese Teu­erung ist ein realer Kaufkraftschwund eingetreten, der von einer ignoranten bürgerlichen Presse in Deutschland jetzt als unverständliche „Konsumverweigerung“ hingestellt wird, die die Ursache für die wirtschaftliche Schwäche in Deutschland sei. Diese Teuerung könnte leicht in eine katastrophale Situation umschlagen, vor allem da durch den aus anderen Ursachen herrührenden aber gleichzeitig stattfindenden radikalen Abbau von Arbeitsplätzen und durch die „Reformen“ (= den Abbau) der „Sozialen Netze“ das Einkommen der breiten Bevölkerungsschichten in Deutschland ständig weiter sinkt.

Die europäischen Staaten, die beabsichtigen, eine eventuelle Euro-Einführung bei sich von Volksabstimmungen abhängig zu machen, werden nach diesen negativen Erfahrungen, nicht dazu kommen, den Euro als Währung tatsächlich einzuführen.

In den vom Tourismus abhängigen Ländern des ehemaligen Jugoslawien, wo seit dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen ausländische Währungen, wie der Dollar oder die D-Mark zum de-facto-Zahlungsmittel geworden waren, blickt man heute mit zunehmender Sorge auf die Zeit, in der nach einem EU-Beitritt auch der Euro als Währung kommen wird.

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Abb. 47: Bei der Euro-Einführung im Jahr 2002 feierten noch alle europäischen Nachbarn und potentiellen EU-Mitglieder dieses Ereignis, z. T. auch auf entsprechenden Briefmarkenausgaben. Diese benutzten häufig den kartografischen Umriß der beteiligten Länder in der Hoff­nung, bald dazu zu gehören, wie hier bei Bosnien-Herzegowina.

Wenn Europa ein staatsähnliches Gebilde werden soll, das die Menschen in Europa emotional als ihre gemeinsame Heimat betrachten, dann darf es nicht nur das Paradies der kapitaldarwinistisch wirtschaftenden Groß-Industrien sein, in welchem große Teile der Bevölkerungen von der Teilhabe an Kultur und Vermögen zunehmend ausgeschlossen werden. Eine friedliche, multikulturelle, europaweite Gesellschaft kommt nur zustande, wenn es keine besonders benachteiligten Minderheiten gibt, für die keinerlei Chancen auf Verbesserung ihrer Situation bestehen. Und nur von einem sozial gerecht organisierten Europa kann eine glaubwürdige Friedensbotschaft und –funktion für die globalisierte Welt ausgehen.

Im Unterschied zur Euro-Einführung, die als Prozeß der Mitgliedsstaaten vor allem im Jahr 2002 ihren Weg in postalische Stempel und Postwertzeichen fand, wird die europäische Entwicklung insgesamt hoffentlich weiter in vielfältiger Form auch auf philatelistischem Material den Europa-Umriß symbolhaft einsetzen.

 

5. Europaumriß als allgemeines Werbesymbol in postalischen Stempeln und in Postwertzeichen
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aktualisiert am: 17.02.2015