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Die besonderen Portogebührenstufen im Großdeutschen Reich

 
 
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aus der Bärenpost Nr. 310 vom Januar 2020

von Manfred Liebreich

 

Diese Nachnahme-Paketkarte im Gewicht von vier kg über 14,80 Reichsmark wurde in Kupferberg im Erzgebirge am 13.03.42 aufgegeben und ist in Wasselnheim im Elsass am 23.03.42.--7 Uhr angekommen, wie der entsprechende Ankunftsstempel bestätigt. Die Gebühren zu 95 Pfennig lassen sich nachrechnen, weil die Nachnahmegebühr mit 20 Pfennig zu Buche steht.

Bild BP xxx/Seite 10

Im Gegensatz zu der gezeigten Nachnahme-Paketkarte aus Böhmen und Mähren, die zweisprachig ist, wäre zu Friedenszeiten eine internationale NN-Paketkarte notwendig gewesen. Aber da das Elsass ebenfalls vom Deutschen Reich besetzt worden war, kam eben diese nationale, deutsche NN-Paketkarte zum Einsatz. Auf der Rückseite ist ein 8er-Block der üblichen "Hitler-Dauerserie" zu 5 Pfennig verklebt, da offensichtlich diese 40 Pfennig in Kupferberg nicht portogerecht mit weniger Marken zu höheren Wertstufen frankiert werden konnten.

Bild BP xxx/Seite 11

Mit dieser Feldpost-Paketkarte hat der Kanonier Wolfgang Ernst bei der 2. Schweren Artillerieersatz- und Ausbildungsabteilung (m) 59, am 11.08.44 ein 7,5 Kilo-Paket aus der Horn-Kaserne in Frankfurt (Oder) an (vermutlich) seinen Vater Emil Ernst nach Berlin verschickt. Seinerzeit lag diese Kaserne östlich der Oder (im heutigen Polen) in der Nähe der Fliegerstation aus dem 1. Weltkrieg und späteren "Fliegerhorst über Frankfurt (Oder) Land".

Bild BP xxx/Seite 12

Die Paketkarte erhielt den Handstempel "Feldpost" und das Dienstsiegel der Artillerie-Einheit. Zusätzlich wurde der einzeilige Langstempel im Rahmen: "Zu- und Rückschrift geprüft" angebracht. Denn diese Paketsendungen durften von Soldaten nur an Angehörige versandt werden, denn der Vorteil für die Soldaten war, dass sie diese Pakete "unfrei" versenden konnten. In der Heimat wurde dann der Beförderungsbetrag vom Empfänger nacherhoben. In diesem Falle waren das 50 Pfennig, wie der Blaustift-Vermerk zeigt. Der Beförderungsweg lag im Entfernungszonenbereich unter 50 km und entsprach der kleinsten Gebührenstufe für Pakete. Rückseitig hat (vmtl.) die Mutter, Frau Ernst, den Empfang des Paketes quittiert.

Bild1 BP xxx/Seite 13

Die Tschechoslowakische Republik, die zuvor zur österreichischen und ungari-schen Monarchie gehörte, hatte als Zahlungsmittel die Heller- und Kronenwährung. Sie wurde am 28. Oktober 1918 gegründet und übernahm das vorbildliche Postsystem der Donaumonarchie. Bei der Währung blieben auch später die Pfennigwerte in Heller, während die Kronenbezeichnung in Tschechisch "Kc" = Koruna (Kronen) umbenannt wurde. Mit der Okkupation durch das Deutsche Reich von 1939 - 1945 blieb die Währung bestehen, jedoch mit einer Abwertung 1 zu 10 zur deutschen Währung. Das heißt, dass aus 10 Hellern nun 1 Pfennig wurde. Die Landesbezeichnung nannte sich jetzt "Böhmen und Mähren".

Bild BP xxx/Seite 12

Das mit der hier abgebildeten Nachnahme-Paketkarte über 19,17 Reichsmark beförderte Paket wurde am 28.10.43 - 10 Uhr im Postamt Blanz aufgegeben und am 03.11.4 3 - 11 Uhr in Haidemühl über Spremberg (Niederlausitz) ausgeliefert, wie der deutliche Ankunftsstempel dokumentiert. Die Gebühren für das Paket mit 3,70 kg Gewicht konnte ich nicht ermitteln, aber die Nachnahmegebühr betrug 2 Kronen und entsprach in deutschem Geld 20 Pfennig. Die Gesamtgebühr waren 9,50 Kronen.

Manfred Liebreich

 

 

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aktualisiert am: 09.03.2020