Briefmarkensammlerverein Berliner Bär e.V. in Berlin
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Wetterbeobachtungen in Berlin

 
 
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1.1   Von der Temperaturmessung zur Meteorologie in Berlin seit 1700;
die Preußische Akademie der Wissenschaften

Vor dreihundert Jahren wurde auf Anregung des von der Französischen Akademie der Wissenschaften inspirierten Leipziger Universalgelehrten, Gottfried Wilhelm Leibniz, die Berliner Akademie der Wissenschaften gegründet.

Die Berliner Akademie sollte nach der Vorstellung von Leibniz ein Baustein in einem europäischen Netzwerk von Akademien sein. Aber schon die preußische Gründung erwies sich aus finanziellen Gründen als schwer durchsetzbar und kam nur durch die Fürsprache der mit Leibniz befreundeten preußischen Königin Sophie-Charlotte zustande.

Leibniz wurde der erste Präsident der Akademie. Von ihm ging auch die Anregung aus, meteorologische Daten zu sammeln und auszuwerten. Auf seine Anregung wurden vergleichbar zu den Messungen in Berlin auch in Halle an der Saale, in Königsberg in Preußen und in Belgard in Pommern Meßreihen zuwege gebracht (Hellmann, 1926, S. 12).

 

Die Akademie berief umgehend den seit 1677 Wetteraufzeichnungen sammelnden bekannten Astronomen Gottfried Kirch nach Berlin an die Sternwarte in der Dorotheenstraße und beauftragte ihn damit, die “Wetter-Profezeyungen” für den von der Akademie herauszugebenden Kalender zu erarbeiten. Die Familie Kirch vollbrachte die außerordentliche Leistung, bis 1774 kontinuierlich Wetterbeobachtungen einschließlich Niederschlagsmessungen und Gewitterbeobachtungen zu sammeln.

Meßdaten fanden sich in den Aufzeichnungen allerdings leider nicht durchgängig wieder. Vielmehr lesen sich die Wetteraussagen der Familie Kirch manchmal stark “beschreibend”, und die aufgezeichneten Meßdaten, z.B. Temperaturangaben, sind nicht ohne weiteres auf unsere heute üblichen Vorstellungen übertragbar. Eintrag von Frau Kirch z.B. am 13.12.1701: “Dieses gemeldete Wetterglas (= Thermometer, d. Verf:) weiset Kälte und Wärme. Je weniger Grad, je kälter es ist. Zwantzig Grad ist der Wechsel, entweder Frost oder Tauwetter, nemlich wenn es erst gelinde ist und das Wetterglas fällt bis auf 20 Grad so fängt es an zu friehren; ists aber erstlich kalt und weiset weniger als 20, steiget hernach daß es 20 erlanget, so fängt es an zu tauen” (gefunden bei Pelz, 1993, S. 4).

 

“Offiziellen Charakter hatten diese Beobachtungen aber noch nicht. Den bekamen sie erst mit dem Beitritt der Berliner Akademie zu dem international ausgedehnten Meßnetz der Pfälzischen Meteorologischen Gesellschaft (Societas Meteorologica Palatina) am 1.7.1781” (Pelz, 1993, S. 1).

 

Die Beobachtungen nach den systematischen Regeln dieser von 1780 bis 1795 weltweit mit 39 Beobachtungsstationen tätigen Gesellschaft hatten ein wesentlich weitergestecktes Ziel als die Sammlung von Daten für Kalender-Voraussagen. Bei ihnen ging es darum, Wetter-Informationen systematisch und möglichst weiträumig zu sammeln und zu vergleichen, um das Entstehen von Wettererscheinungen zu erklären und kommendes Wetter vorauszusehen.

 

Die Tätigkeit der Pfälzischen Meteorologischen Gesellschaft dauerte nur ca. 15 Jahre, und in Berlin hatten wissenschaftliche Bemühungen um Wetterforschung bereits ab 1789 wieder ein wechselhaftes Schicksal.

Es gab aber durchaus auch weiterhin ernsthafte Versuche einzelner Personen und Institutionen (wissenschaftliche Vereine, Sternwarten und dgl.), auch parallel zu den von der Akademie veranlaßten Beobachtungen, längere Meßreihen durchzuhalten.

Zu nennen sind hier beispielsweise für 1757 bis 1773 der Arzt Karl August Brand und besonders für eine 70jährige Meßreihe (1756 bis 1826) der Pfarrer der Parochialkirche, Karl Ludwig Gronau.

 

Insgesamt sind aus der heutigen Sicht die Meßergebnisse der einzelnen Beobachter, einschließlich der Beobachtungen der Akademie, nur schwer untereinander in Beziehung zu setzen. Sehr unterschiedlich war die Auswahl der in die Messungen einbezogenen Wetterelemente, sehr verschieden die verwendeten Meßzeitpunkte, Meßgeräte und Meßverfahren, sehr ungenau die geografischen Angaben über die Meßorte und oft fehlen sie ganz.

Trotzdem ist es in den letzten 100 Jahren mehrfach unternommen worden, die durch die unterschiedlichen Vorgehensweisen bestehenden Unvergleichbarkeiten mit Hilfe von Berechnungen einzuschätzen und durch Ausblenden der “Fehler” die verschiedenen Meßreihen zu harmonisieren, um so zu einer 300-jährigen Berliner Meßreihe zu gelangen (Pelz, 1993).

 

Leider liegen dem Verfasser keine Belege aus dieser Zeit vor, denen man ablesen könnte, wie in der Praxis zu einem bestimmten Zeitpunkt die ewige Streitfrage zwischen den verschiedenen Behörden, den ihnen nachgeordneten Instituten und der Postverwaltung entschieden worden ist, ob es sich bei der Übersendung der Beobachtungsinformationen um eine portofreie Dienstangelegenheit handelte, oder nicht. Da die öffentliche Bedeutung der Wetterforschung und Wetter-Informationsübermittlung zu dieser Zeit noch keineswegs überall erkannt worden war, ist davon auszugehen, daß selbst die Übersendung der Meßdaten an die Pfälzische Meteorologische Gesellschaft portopflichtig war. Wahrscheinlich wurden allerdings dem Absender Beguelin, der in Berlin bis 1789 für die Pfälzische Gesellschaft beobachtet hatte (Hellmann, 1926, S. 20), die Gebühren für die Versendung der Beobachtungsdaten aus der Staatskasse direkt erstattet.

 

In einem sehr lesenswerten Buch von Kruschel über “klassische” Postgeschichte in Berlin findet sich der Hinweis, daß nach einer kurzen Periode “französischer Regie” von 3 Jahren, in der u. a. auch alle Postgebühren in Preußen erheblich angehoben worden waren, um die durch den Siebenjährigen Krieg (1756 - 63) völlig zerrüttete Staatskasse aufzubessern, das Versenden von Dienstpost stärker überwacht werden sollte.

Kruschel zeigt dazu eine Faksimile-Abbildung des Zirkulars Nr. 53 des Preußischen Königs vom 14. Juli 1767. Durch dieses Zirkular war angeordnet, daß “ein besonderer Stempel mit der Überschrift ‚Preußische Regierung‘ verfertigt, und mit dem selbigen alle Unseren Dienst betreffende und Portofrei gehende Berichte und Paquete gestempelt, und daneben laut vorheriger Verordnung auf dem Couvert notiret werden soll, was eigentlich vor Herrschaftssachen darin befindlich seyn”.

Briefmarken und Stempel - G. W. Leibnitz aus der 'Akademie-Serie' der DDR von 1950, zum 250-jährigen Jubiläum der Akademie-Gründung, mit Ersttagsstempel vom 31.07.1950

 

Abb. 1a

"G. W. Leibnitz aus der 'Akademie-Serie' der DDR von 1950, zum 250-jährigen Jubiläum der Akademie-Gründung, mit Ersttagsstempel vom 31.07.1950.

Der Stempel gibt den Wahlspruch der Akademie wieder,
'Cognata ad sidera tendit'."

 

1.2   Königlich Preußisches Statistisches Bureau

1805 gründete Friedrich Wilhelm III., König von Preußen, das Königliche Statistische Bureau, das auch für die Sammlung von Wetterdaten zuständig war. Für die Wetterstatistik waren vor allem der Geheime Finanzrat, von Beguelin, und der Kriegsrat, Leopold Krug, zuständig. Freiherr vom Stein, als oberster Chef auch des Statistischen Bureaus hatte nach einem wenig brauchbaren meteorologischen Bericht der Preußischen Akademie angeordnet, “daß (durch das Statistische Bureau) auch meteorologische Bemerkungen über die Luft, Temperatur, physikalischen Einfluß auf das Wachstum des Getreides, der Pflanzen des Holzes usw. zu erfassen seien” (zitiert aus Körber, 1997).

Die meteorologische Arbeit des Statistischen Bureaus fand schon 1806 eine einschneidende Unterbrechung durch den Einmarsch Napoleons. Ab 1809 kam zwar die Sammeltätigkeit für meteorologische Daten, die von der Akademie und von Einzelbeobachtern erhoben worden waren, durch das Bureau wieder in Gang.

So wurden z.B. auf eine meteorologische Umfrage der Allgemeinen Preußischen Staatszeitung im Jahr 1823 von 318 (!) Beobachtern Zuschriften eingesandt. Erst als jedoch 1834 der Ingenieurgeograph Carl Friedrich Wilhelm Dieterici in das Statistische Bureau kam und 1844 dessen Direktor wurde, ging es mit der Meteorologie besser voran.

 

Da dieses Büro und die Preußische Akademie der Wissenschaften dienstliche Einrichtungen der Königlichen Verwaltung waren, ist davon auszugehen, daß für sie die in den Edicten, Patenten und Postordnungen der preußischen Könige von 1712, 1714 und 1765/66 für Dienstpost zugestandenen Portofreiheiten zutrafen. Das ist sowohl für die von diesen Diensteinrichtungen abgehende dienstliche Post wie für solche Briefpost, die in dienstlichen Angelegenheiten an diese Stellen gerichtet wurde, also beispielsweise von den Beobachtern, anzunehmen (siehe zu der Fülle von Streitfällen über Portobegünstigungen Moch, 1892, Seite 706). Selbst die 1847/49, also mehr als hundert Jahre später allen Postanstalten zum amtlichen Gebrauch mitgeteilte Übersicht über sämtliche Portofreiheiten enthält keine Angaben, die die Frage eindeutig klären, ob und wann in diesem Zeitraum der schriftliche Austausch von Wetterdaten portobegünstigt war.

 

Ein Schlaglicht auf die Unklarheiten dieser Zeit bei den Portofreiheitsprivilegien wirft das Museum für Post und Kommunikation in Berlin in einer Mitteilung über die 1994er Neuerwerbung eines Berliner Stadtpostbriefes von A. v. Humboldt aus dem Jahr 1853: “Humboldt genoß als Kanzler der Ordenskommission für den ‚Pour le mérite für Wissenschaft und Kultur‘ das Privileg der Portofreiheit” (Hübner, 1996, S. 46). Ob Humboldt in seinen anderen Staatsfunktionen ebenfalls Portofreiheit genoß, z.B. bei seinen Schriftwechseln zugunsten der Gründung des PMI, ob dieses Privileg seit seiner Rückkehr nach Preußen aus Paris oder erst seit seiner Expedition durch Sibirien galt, und ob es bis zu seinem Tod am 6.5.1859 bestehen blieb, sind offene Fragen.

(Abb. 2)

 

1.3   (Königlich) Preußisches Meteorologisches Institut (PMI) und Alexander von Humboldt

Großen Einfluß auf die weitere Entwicklung der Wetterbeobachtungen in Berlin nahm etwa ab den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts Alexander von Humboldt. Er hatte auf seiner fünfjährigen Forschungsreise in die tropischen Länder des amerikanischen Kontinents (von 1799 bis 1804) selber nach strengen wissenschaftlichen Regeln neben anderen Daten zahlreiche meteorologische und klimatische Meßwerte gesammelt.

Durch diese Detailkenntnisse konnte er die von ihm angestrebten Schlußfolgerungen über den Einfluß des Klimas auf die Ausbreitung von Pflanzen und Tieren ziehen.

Später nutzte er die systematischen Messungen seiner Sibirien-Reise (1829) im Vergleich mit seinen amerikanischen Messungen und zahlreichen Messungen anderer Beobachter weltweit zur Darstellung einer ersten zusammenfassenden Klimabeschreibung der nördlichen Erdhälfte.

Dabei wendete er als erster die Technik an, klimatisch gleiche Bedingungen an unterschiedlichen Orten durch Linien zu verbinden (Jahres-Isothermen als Verbindungslinien zwischen Orten gleicher jährlicher Durchschnitts-Temperatur).

Diese Betrachtungsweise und Darstellungs-Technik erwies sich seither für die Meteorologie und die Klimaforschung als außerordentlich fruchtbar. A. v. Humboldts Bedeutung für den eigentlichen Beginn der Klimatologie geht jedoch weit über die erste Anwendung von Jahresisothermen hinaus.

Seine Verfahren, durch statistische Bearbeitung längerer Meßreihen und größerer Datenmengen störende Überlagerungen der zentralen Tendenzen beseitigen zu können und zu einem mittleren Stand, zu einer “Nullage” vorzudringen, hat das Erkennen und Formulieren von meteorologischen Gesetzmäßigkeiten stark gefördert.

Mit seinen Herangehensweisen fand er zum Beispiel aus seinen eigenen Messungen, daß die höchsten Jahresmitteltemperaturen (in den Tropen) und die geringen Schwankungen der monatlichen Mittelwerte für Temperatur im Jahresablauf geografisch zusammenfallen mit niedrigen Jahresmittelwerten für den Luftdruck.

Durch diese Feststellung des beständigen Luftdruckgefälles von den Subtropen zu den Tropen brachte er die klimatologische Wissenschaft zu der Erkenntnis der Ursachen für die Passat-Winde und genereller für die atmosphärische Zirkulation (Schneider-Carius, 1959).

Eine andere Beobachtung Humboldts war, daß die Schall-Leitungsfähigkeit der Luft sich mit der Temperatur ändert. Diese beiden Beispiele stehen für zahlreiche weitere Erkenntnisse Humboldts, mit denen er die Grundlagen der Meteorologie und Klimatologie bereichert hat.

 

Um die Erforschung dieser Zusammenhänge zu intensivieren, war es Humboldts Ziel unter anderem, in Preußen ein zentrales meteorologisches Institut zu errichten. Seine Argumentation für ein solches Institut war zugleich ökonomischer (Landwirtschaft und Schiffahrt) und wissenschaftlicher Natur.

Er vermutete, daß “durch unvorsichtige Entholzung der Höhen ...die Wassermengen der Oder, der Elbe und des Rheins gleichmäßig verändert..” und durch “..die Kultur des Bodens die allgemeine Luftfeuchtigkeit abgenommen” habe. Dieses sollte durch systematische Forschungen untersucht werden.

Eigentlich gingen A. v. Humboldts Ideen noch viel weiter. Er dachte sich ein “Tellurisches” Observatorium zum Studium “des Weltalls, der Atmosphäre und der Bodenbeschaffenheit” (Dubois, 1993, S. 7).

 

Seinem Einfluß als Förderer und Organisator der Wissenschaften am Preußischen Hofe ist es zu danken, daß das Gesuch von Dieterici zur Errichtung eines Königlich-Preußischen Meteorologischen Instituts 1845 an den Präsidenten des Preußischen Handelsamtes, von Rönne, vom preußischen König, Friedrich Wilhelm IV., am 17.10.1847 durch Kabinetts­order zustimmend beantwortet wurde.

 

A. v. Humboldt schlug als ersten Leiter des neuen Instituts den ihm als meteorologisch außerordentlich kreativ tätig bekannten Statistiker und Nationalökonomen Wilhelm Mahlmann vor.

Dieser hatte Humboldts meteorologische Messungen von seiner asiatischen Reise, die Humboldt selbst schon um zahlreiche Messungen anderer Beobachter weltweit erweitert hatte, auf die fünffache Zahl vermehrt und die dadurch außerordentlich aussagestarken Tabellen in die von ihm besorgte Übersetzung des Humboldt'schen Reisewerks (Asie centrale, 1841) aus dem Französischen aufgenommen.

Dadurch war es Mahlmann z.B. möglich, zusammenfassende und weiterführende Untersuchungen über die Wärmeverteilung auf der Erde anzustellen.

 

“Gleichmäßigkeit der Apparate und Methoden, verständige Auswahl der Beobachtungsorte, steter Verkehr zwischen den geübten Beobachtern und Sicherung des Antheils gelehrter Corporationen” (zitiert nach Körber, 1997) waren Humboldts Vorstellungen von der notwendigen Arbeitsweise in den sowohl meteorologisch wie geomagnetisch arbeitenden Netzen von Beobachtungsstationen.

Diese Vorstellungen wurden auch in anderen Ländern (Rußland, Großbritannien mit Empire) übernommen. Mahlmann entwarf auf Anweisung Dietericis die Grundzüge des Beobachtungsnetzes und beriet sie mit A. v. Humboldt. Der Entwurf war gleichzeitig die Grundlage für das zu gründende Preußische Meteorologische Institut.

 

Mahlmann organisierte 1846 ein vorläufiges, 35 Stationen umfassendes meteorologisches Beobachtungsnetz als Voraussetzung der Institutsgründung.

Diese Beobachtungsstationen bereiste er selbst, um aus genauer Ortskenntnis (wie: Topografie, Höhe über dem Meer, geografische Position, Bodenbeschaffenheit usw.) kontrollieren zu können, ob die später angestellten Messungen korrekt sein konnten und wie sie gegebenenfalls zu berichtigen seien. Dabei unterwies er die Beobachter im Instrumentenumgang und in der Datendokumentation.

 

Das Institut wurde 1847 gegründet und als meteorologische Zentralstelle des Beobachtungsnetzes in Preußen eingerichtet.

Dem Netz schlossen sich bald Stationen aus anderen Staaten Norddeutschlands an (Körber, 1997, S. 14). Mahlmanns Instruktionen für die Beobachter (über die dreimal tägliche Registrierung der Barometer-, Thermometer- und Psychrometerstände hinaus z.B. auch zur Aufzeichnung von geschätzten Windstärken in 4 Stufen und von Wolkenformen sowie zur Zusammenfassung der Beobachtungen in monatlichen Berichten an das Statistische Büro) fanden auch international Beachtung.

Mahlmanns Traum war, meteorologische Meßergebnisse aus aller Welt telegrafisch übermittelt zu bekommen. Er starb bei einer seiner zahlreichen Inspektionsreisen bereits am 8.12.1848.

 

Technisch waren die Möglichkeiten für die telegrafische Übermittlung von Wetterdaten und -nachrichten bereits gegeben. Die erste für den öffentlichen Gebrauch freigegebene Telegrafenlinie der Welt zwischen Baltimore und Washington in den USA räumte ab 1844 bereits für “Pressetelegramme” eine Gebührenermäßigung ein (die Hälfte der üblichen Wortgebühr).

 

1849 wurde der bekannte Physiker und Meteorologe Heinrich Wilhelm Dove Leiter des Preußischen Meteorologischen Instituts. Er war seit 1837 ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und hatte bereits 1844 eine Professur für Physik an der Berliner Universität erhalten.

Dove “...erledigte alle Auswertungen der gesammelten Beobachtungen selbst, vor allem die Berechnung der Mittelwerte” (zitiert aus Körber, 1997, Seite 16. Dort heißt es weiter:) “Diese statistischen Größen standen im Vordergrund klimatologischer Untersuchungen, die besonders A. v. Humboldt angeregt und H. W. Dove weitergeführt hat. Die Erarbeitung von Klimareihen für Berlin und andere Stationen und die Beiträge zum Klima Preußens gehörten mit zu den wichtigsten Ergebnissen dieser Doves‘schen Auswertung der gesammelten Daten”.

Später fand Dove durch sie zur Erkenntnis des Gesetzes von der Der Drehung des Windes, das allerdings erst durch den Franzosen H. D. Buys-Ballot als Windgesetz endgültig formuliert wurde. Dove sah als Ursache für diese Drehung bereits die gegenseitige Verdrängung von Polar(luft)strom und Äquatorial(luft)strom an, die erst im 20. Jahrhundert von dem Norweger V. Bjerknes als Polarfronttheorie weiterentwickelt wurde.

 

Eine intensivere internationale meteorologische Zusammenarbeit sah Dove durch die voneinander abweichenden nationalen Maßeinheiten als zu stark erschwert an. Nach seiner Auffassung könne sie erst zustande kommen, wenn die Maße vereinheitlicht seien.

Für die 1872 in Leipzig stattgefundene internationale Meteorologenversammlung und die 1873 gegründete Weltorganisation für Meteorologie (IMO, seit 1945 WMO) legte er zahlreiche schriftliche Empfehlungen nieder, nahm aber nicht mehr persönlich an der beginnenden international organisierten Arbeit teil.

Eine starke Krankheit Doves verhinderte in seinen letzten Lebensjahren bis zu seinem Tod 1879, daß das Institut Anschluß an die internationale Entwicklung hielt. In einem Nachruf wurde er trotzdem für seine Impulse in der Meteorologie von der englischen Zeitung “nature” als Vater der Meteorologie gewürdigt.

(Abb. 3)

1861 hatte das Preußische Meteorologische Institut einen Sturmwarnungsdienst für die preußischen Küsten ins Leben gerufen. Da Bismarck jedoch befürchtete, daß der Preußische Staat sich mit Fehlern bei der Sturmwarnung lächerlich machen oder ihretwegen in Regress genommen werden könnte, wurde ab 1873 die Norddeutsche Seewarte in Hamburg mit dem Sturmwarnungsdienst beauftragt (Scherhag, 1968).

 

Nach dem Krieg gegen Dänemark waren die schleswig-holsteinischen Beobachtungsstationen zu den preußischen dazu gekommen. Der Etat des Instituts wurde erhöht und 1866 eine Assistentenstelle eingerichtet.

Der erste Assistent, der Professor für Geodäsie an der Technischen Hochschule Berlin, Dr. R. Doergens, erarbeitete umfassende Klimatologien Norddeutschlands.

Zu dieser Zeit wurden in England, Frankreich und den USA öffentliche wetterdienstliche Einrichtungen gegründet, in Preußen jedoch nicht. Selbst die Bemühungen der preußischen Telegrafen-Verwaltung, seit 1861 durch Beobachtungen an 14 Telegrafenstationen den Einfluß der Witterung auf die Telegrafie zu bestimmen, kamen nur langsam voran.

Die spärlichen Messungen erhielten eine gewisse Bedeutung nur dadurch, daß sie zusammen mit den aus dem Ausland durch den preußischen Telegrafendienst weitergeleiteten Wettermeldungen ausgewertet werden konnten (Karsunky, 1908).

 

E. Stern schreibt zur Gebührensituation in dieser Zeit, daß beim Post-Vertrag (des Norddeutschen Bundes, in welchem Berlin die Hauptstadt war) vom 23.11.1867, der Artikel 26 einige “Bestimmungen über die Portofreiheit” enthielt. Darin hieß es u.a.: eine portofreie Beförderung der “Korrespondenz in reinen Staatsdienstangelegenheiten von Staats- und anderen Behörden des einen Postgebiets mit solchen Behörden des anderen” sei zugelassen. Den Staatsbehörden gleichgestellt wurden in diesem Vertrag “alleinstehende Beamte, die eine Behörde repräsentieren”.

 

Am 5. 6. 1869 wurden die Portofreiheiten im Gebiet des Norddeutschen Bundes durch ein eigenes Gesetz geregelt.

Entgegen der erklärten Absicht dieses Gesetzes bestanden danach eine ganze Reihe von Portofreiheiten weiter: “...für regierende Fürstenhäuser, Reichsbehörden, Militärdienstangelegenheiten, Briefe von und an Soldaten.... Für alle diese Sendungen erhielt die Post keinerlei Beförderungsentgelt” (Müller/Schuster, 1945, S. 1).

Für die übrige Dienstpost waren ab 1. Januar 1870 Dienstmarken zugelassen. In Preußen wurden diese zuerst als “Avers-Zettel” mit der Nummer “21” ab 1.4.1894 eingeführt.

Ab 1903 gab es in Preußen “Zähldienstmarken” in 8 Wertstufen zur Feststellung des Ablösebetrages.

Weil Dienstmarken keine Gebührenvergünstigung darstellten, sind von behördlichen Absendern in dieser Zeit parallel zu den Dienstmarken auch Normal-Freimarken für die Dienstpost verwendet worden.

Nach § 11 des Gesetzes von 1867 blieb der Postverwaltung das Recht zugestanden, mit den Landesregierungen Abkommen zu treffen, “daß von den Behörden an Stelle der Porto- und Gebührenbeträge für die einzelnen Sendungen Aversionalsummen an die Bundes-Postverwaltung gezahlt werden.

Die Staatsbehörden zahlten nach dieser Regelung an die Postverwaltung jährliche (oder monatliche, d.V.) Pauschalsummen für ihre Dienstsendungen.

Diese Sendungen mußten den Vermerk ‚frei laut Avers.....‘ und das Dienstsiegel der Behörde (einschließlich des Reichsadlers, ergänzt vom Verf.) tragen.Die Nummer richtete sich nach der zeitlichen Abfolge des Vertragsabschlusses” (zitiert aus Stern, o. J.).

Die Abbildungen 2, 4 und 5 zeigen, wenn auch aus einem etwas späteren Zeitraum stammend, daß für die pauschalierte Bezahlung für Dienstsendungen vom Preußischen Meteorologischen Institut ebenso wie für Dienstpost der Beobachter an das Institut die für Preußen insgesamt gültige Avers.-Nr. 21 zu nennen war.

(Abb. 4)

 

1.4   Erste Professur für Meteorologie in Deutschland an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin (1885) in Personalunion mit der Leitung des PMI

Eine intensivere Mitwirkung des Preußischen Meteorologischen Instituts an der internationalen Entwicklung kam erst wieder unter dem von 1882 bis 1885 interimistisch eingesetzten Institutsleiter Gustav Hellmann und unter dem von 1885 bis 1907 als ordentlicher Leiter eingesetzten Wilhelm von Bezold zustande.

Hellmann war bereits seit 1874 am Institut tätig, hatte 1879 die Assistentenstelle übernommen, und war dann, nach dem Tod des Reorganisators Wilhelm v. Bezold, von 1907 bis 1922 Instituts-Direktor.

 

1871 hatte der Direktor der Berliner Sternwarte, Prof. Dr. Wilhelm Foerster, eine Idee Humboldts aufgreifend, “die Errichtung einer Beobachtungsstation für Sonnenphysik, welche gleichzeitig als magnetische und meteorologische Hauptstation fungieren sollte, vorgeschlagen” (Dubois, 1993, S. 7). Es kam zunächst jedoch 1878/79 nur zur Errichtung des Astrophysikalischen Observatoriums auf dem Telegrafenberg in Potsdam.

 

Vom Kultusministerium wurde 1877 das Direktorium des entstehenden Astrophysikalischen Observatoriums (der Physiker Gustav Kirchhoff und die Astronomen Arthur Auwers und Wilhelm Foerster) mit dem Entwurf für ein reorganisiertes Preußisches Meteorologisches Institut beauftragt.

Die Gutachter schlugen vor, neben dem Astrophysikalischen Observatorium auf dem Telegrafenberg in Potsdam ein “grossartiges meteorologisches Institut verbunden mit einem meteorologisch-magnetischen Centralobservatorium einzurichten, im Lande zwei weitere Observatorien (Nebenstellen) zu schaffen und das Stationsnetz wesentlich zu vervollständigen” (zitiert aus Körber, 1997, Seite 19).

Wegen der Höhe der Kosten, u.a. für die Stelle des Leiters, blieb der Vorschlag mehrere Jahre unverwirklicht. Erst 1885 konnte an der Friedrich-Wilhelm-Universität (heute: Humboldt-Universität) eine ordentliche Professur für Meteorologie (die erste in Deutschland) geschaffen werden.

Sie ermöglichte, die Kosten für das vorgesehene Institut niedrig zu halten, indem der vorgesehene Professor in Personalunion die Leitung des Preußischen Meteorologischen Instituts zu übernehmen hatte. Hierfür wurde der Münchener Physik-Professor Wilhelm von Bezold gewonnen.

Aus der engen Kombination von meteorologischen Messungen am PMI und den Auswertungen dieser Messungen am Lehrstuhl für Meteorologie an der Berliner Universität wird der gewichtige Beitrag erklärlich, den Berlin zur mathematisch-physikalischen Entwicklung der Meteorologie als exakter Wissenschaft in dieser Zeit geleistet hat.

 

Am 5.5.1886 wurde das Meteorologische Institut aus dem Statistischen Büro, Ritterstr. 9, herausgelöst und in der Schinkelschen Bauakademie, Schinkelplatz 6, (im Dreieck zwischen Kupfergraben, Werderstraße und heutiger Niederlagstraße) untergebracht (siehe Abb. 1).

1887 verfügte das Preußische Kultusministerium, daß die Preußische Akademie der Wissenschaften das begutachtende Organ für alle wichtigen Angelegenheiten des PMI sein soll.

 

Ein wesentlicher Bestandteil der Betreuung des Beobachtungsnetzes war die Entwicklung neuer und die Verbesserung vorhandener Meßinstrumente und -verfahren. Auf diesem Gebiet haben die Mitarbeiter des Preußischen Meteorologischen Instituts seit Mahlmann zahlreiche wertvolle Beiträge geliefert (z.B.: Waagebarograph von Sprung oder Aspirationspsychrometer - das ist ein Feuchtigkeitsmeßgerät - von Assmann, sowie die automatische Wolkenkamera von Sprung und Fuess).

 

Inzwischen war in Hamburg im Jahr 1875 durch ein Reichsgesetz aus der Norddeutschen Seewarte, die seit 1868 bestanden hatte, die Deutsche Seewarte als Zentrum maritimer Meteorologie errichtet worden (siehe Abb. 3). Bei ihr wurden u.a. auch die Wetterbeobachtungen der Telegrafenverwaltung gesammelt, ausgewertet und in Wettertelegramme umgesetzt, die privat abonniert werden konnten und außerdem an Zeitungen und Hafenämter gerichtet wurden.

In der Herstellung von Wetterkarten vollbrachte die Seewarte wichtige Pionierleistungen. Bereits 1876 erschien hier die erste, dann täglich herausgegebene Wetterkarte von Wladimir Köppen.

Die Telegramme der Seewarte erschöpften sich anfangs vor allem in Witterungsübersichten, denen nur sehr allgemeine Voraussagen angefügt waren. Gerade an genaueren ortsbezogenen Voraussagen waren jedoch sowohl die Landwirtschaft wie die Seefahrt interessiert.

Mit dem in Gang kommenden wissenschaftlichen Fortschritt in der Meteorologie und dank der Schnelligkeit der telegrafischen Übermittlung wurden die Prognosen treffsicherer und brauchbarer und erreichten schon um 1890 gute Trefferquoten richtiger Voraussagen.

Vor allem die Umsetzung in Sturmwarnungen an den deutschen Küsten wurde von den Kapitänen und Reederein als großer Erfolg gewertet.

 

Das Netz der meteorologischen Beobachtungsstationen, auf die sich noch im Jahr 1900 die Wetterberichterstattung und –prognose in Preußen stützte, umfaßte wegen der Eilbedürftigkeit nur 17 deutsche, 4 englische, 2 französische, 1 niederländische, 2 dänische, 2 norwegische und 4 schwedische Stationen.

(Abb. 15)

1901 wurde versuchsweise in Brandenburg (und in Sachsen) ein Wetternachrichtendienst errichtet. Noch im selben Jahr ging dieser Wetternachrichtendienst in eine Regeleinrichtung über, die sich in einigen deutschen Ländern auf staatliche Nebenstellen (der Seewarte) stützen konnte (siehe Abb. 15). In Berlin wurden die Wettertelegramme der Deutschen Seewarte und die Meldungen einiger anderer Stationen (z.B. aus Wien) von dem privatwirtschaftlich organisierten, der Landwirtschaftlichen Hochschule nahe stehenden Berliner Wetterbureau, Französische Straße 9 und Jägerstraße 27, umgesetzt in Wetterkarten und regionale Prognosen.

Solche regionalen Aufbereitungen wurden erforderlich, weil die allgemeingehaltenen (statistisch gemittelten) Vorausschauen durch die Seewarte anfangs nur eine eingeschränkte Brauchbarkeit für genauere regionale oder örtliche Vorausschau hatten.

Trotzdem bezogen auch in Berlin zahlreiche Berliner Zeitungen (siehe Abb. 3), aber auch Privatleute und Einrichtungen, wie z.B. Sternwarten (siehe Abb. 9 und 10) die Berichte, Wetterkarten und Prognosen der Deutschen Seewarte. “Die Zahl der Monatsabonnements auf die Wetterkarten hat im Jahre 1911 bereits 34 295 und auf die tägliche Wettervorhersage 7 950 erreicht” (Karsunky, 1911, S. 411).

 

Die organisatorische Besonderheit Berlins, den Wetterdienst als privat­wirtschaftliche Einrichtung zu betreiben, hatte ihre wichtigste Ursache in der Ablehnung der Direktoren des PMI, ihre wissenschaftlichen Ergebnisse für den täglichen Bedarf aufzu­bereiten (Schlaak, 1984, S. 101).

In die Verteilung der Telegramme der Seewarte waren in Preußen 1602 Telegrafenanstalten einbezogen, in denen ca. ab 12.00 Uhr mittags täglich durch Aushang die Karten, Berichte und Prognosen für die Öffentlichkeit zur Verfügung standen.

Nur in Berlin und Charlottenburg wurden diese Aushänge nicht durch die Telegrafensanstalten sondern durch das Berliner Wetterbureau vorgenommen.

1906 wurden durch einen sich auf ganz Norddeutschland erstreckenden Wetterdienst des Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten und Domänen die Ansätze mehrerer deutscher Länder zusammengefaßt und weitergeführt. In Berlin entstand dadurch eine Öffentliche Wetterdienststelle (siehe Abb. 12), die von 1906 bis 1923 bei der Landwirtschaftlichen Hochschule angesiedelt war.

(Abb. 5)

Am 29.5.1872 war das bewährte Portofreiheitsgesetz des Norddeutschen Bundes vom 5.6.1869 auf das Gebiet des ganzen Deutschen Reiches ausgedehnt worden (Ausnah­men zunächst noch: Bayern und Württemberg). Das bedeutete: keine Portofreiheiten für Dienstpost mehr, statt dessen Dienstmarken. Ein erheblicher Teil der Übermittlung von Wetterinformationen, vor allem die Beobachterinformationen an die Sammelstellen, wurde jedoch inzwischen telegrafisch abgewickelt. Welche Gebührenvergünstigungen gab es in diesem Bereich?

Berechtigt zur Inanspruchnahme einer Ermäßigung für Pressetelegramme waren anfangs nur namentlich benannte Zeitungsvertreter oder Mitarbeiter von Nachrichtenbüros, die für die Veröffentlichung in Zeitungen bestimmte Nachrichten übermitteln lassen wollten. Voraussetzung für die Ermäßigung war außerdem die Übermittlung in den verkehrsschwachen Zeiten zwischen 18.00 Uhr und 9.00 Uhr. Als durch Reichsgesetz vom 21.6.1916 eine zusätzliche Reichsabgabe (je Telegrammwort 2 Pfg) verfügt wurde, blieben Pressetelegramme ausgenommen. Durch Gesetz vom 8.9.1919 (gültig vom 1.10.1919) wurde die Wortgebühr für Pressetelegramme auf die Hälfte der üblichen Wortgebühr festgesetzt (Mindestgebühr jedoch 10 Worte). Am 1.8.1921 wurde die zeitliche Einschränkung bis auf 12.00 Uhr mittags zurückgenommen, und die Welttelegraphen-Konferenz von 1925 (Paris) hob die zeitliche Einschränkung für die ermäßigte Beförderung von Pressetelegrammen gänzlich auf. “Vom 5.2.1926 an durften Wetterdienststellen Pressetelegramme an Zeitungen und Zeitschriften aufliefern... Im April 1926 wurde der Landeswetterwarte München das Recht zugestanden, daß ihre Wetterdienstmeldungen wie Pressetelegramme behandelt wurden. Die Telegraphenordnung vom 20.6.1926 enthält in den Ausführungsbestimmungen zu den Vorschriften über Pressetelegramme zu § 15 I unter 2 die Anordnung ‚Den Nachrichtenbüros sind Wetterdienststellen gleichzuachten‘. In Pressetelegrammen des inneren deutschen Verkehrs an (die) Wetterdienststellen werden seit August 1930 chiffrierte Stellen nicht mehr beanstandet, weil sie den Börsen- und Marktkursen gleichgeachtet werden.” Soweit also die Wetterdaten als Telegramme an Zeitungen gingen, konnten sie schon recht bald nach Einführung der Telegrafie innerhalb Deutschlands entsprechend der auf verschiedenen internationalen Telegrafenkonferenzen verabredeten ermäßigten Gebühr für “Pressetelegramme” (50 % der üblichen Wortgebühr) übermittelt werden (Kunert, 1932, S. 67 ff). Für das Gros der im Wetterdienst anfallenden Nachrichtenübermittlungen, die bis zu vier mal täglich telegrafisch an die Sammelstellen (Deutsche Seewarte und Öffentliche Wetterdienststellen) abzusendenden Beobachtermeldungen mit zahlreichen Meßdaten, galt diese Vergünstigung erst ab 1934. Ihnen mußte zur Inanspruchnahme der Gebührenbegünstigung das Kürzel “OBS” vorangestellt sein, das ein Telegramm eindeutig als eine Beobachtermeldung auswies (Lütgens, 1986, S. 131).

(Abb. 6 und 11)

(Abb. 8)

 

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Briefmarken und Stempel - G. W. Leibnitz aus der 'Akademie-Serie' der DDR von 1950

 

 
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aktualisiert am: 17.02.2015